MODELL 03 · DIE FÜNF MODELLE

Gleicher Restbetrag.

Die Beiträge werden so gewählt, dass beiden nach den gemeinsamen Kosten derselbe Betrag bleibt, wo das mit den Einkommen möglich ist.

MIT EUREN ZAHLEN NACHGERECHNET · BEISPIEL 2.100 € / 3.700 € · KOSTEN 1.600 €

0,00 € Person A zahlt nichts, der gleiche Rest macht es möglich
BEIDE BEHALTEN · A 2.100,00 € · B 2.100,00 € ANTEIL 0 % / 100 %

Mit euren Zahlen rechnen

Der gleiche Restbetrag stellt eine andere Frage als die ersten beiden Modelle. Nicht: „Wie viel gibt jede Person?“ Sondern: „Wie viel bleibt jeder Person übrig?“ Die Beiträge werden so berechnet, dass nach den gemeinsamen Kosten beiden derselbe Betrag zur freien Verfügung steht.

Bei 2.100 € und 3.700 € Einkommen und 1.600 € gemeinsamen Kosten ergibt das ein überraschendes Ergebnis: Person A zahlt 0 €, Person B zahlt 1.600 €. Beiden bleiben exakt 2.100 €. Die Person mit dem höheren Einkommen trägt die gemeinsamen Kosten vollständig, nicht weil sie „mehr zahlen soll“, sondern weil nur so am Ende beide gleich viel haben.

Die Formel dahinter

Gesucht ist der Beitrag x von Person A, für den gilt:

Einkommen A − x = Einkommen B − (Kosten − x)

Aufgelöst: x = (Einkommen A − Einkommen B + Kosten) ÷ 2.

Eingesetzt: (2.100 − 3.700 + 1.600) ÷ 2 = 0. Person A zahlt nichts, Person B zahlt die vollen 1.600 €. Beiden bleiben (2.100 + 3.700 − 1.600) ÷ 2 = 2.100 €. Der Rechenweg ist simpel. Das Ergebnis ist es für viele Paare nicht, weil es zeigt, wie weit dieses Modell über proportionale Aufteilungen hinausgeht.

Wo die Grenze liegt

Das Modell hat eine harte mathematische Grenze: Der gleiche Restbetrag ist nur erreichbar, wenn der Beitrag x zwischen 0 und den gesamten Kosten liegt. Ist das nicht der Fall, müsste eine Person einen negativen Beitrag zahlen, also Geld dazubekommen, obwohl die gemeinsamen Kosten real anfallen.

Beispiel: Verdient Person A 1.200 € und Person B 3.700 € bei 1.600 € Kosten, ergibt die Formel x = (1.200 − 3.700 + 1.600) ÷ 2 = −450 €. Ein negativer Beitrag ist keine sinnvolle Aufteilung. Genau das rechnet zweiteilen nicht stillschweigend: In solchen Fällen weist der Rechner auf die Grenze hin und zeigt den nächstmöglichen Wert. Die Person mit weniger Einkommen zahlt dann nichts, und die andere trägt die Kosten allein.

Für Paare bedeutet das: Der gleiche Restbetrag eignet sich besonders, wenn die Einkommen deutlich auseinanderliegen und beide ein gemeinsames Verständnis von „gleicher Freiheit“ haben. Er verlangt der Person mit mehr Einkommen oft den größten Beitrag aller Modelle ab. Nicht aus Solidarität, sondern aus Rechenlogik. Wer das nicht will, wählt besser Nach Einkommen.

Worüber ihr sprechen solltet

  • Ist „gleicher Rest“ für uns dasselbe wie „fair“, oder nur eine von mehreren Ideen?
  • Kann die Person mit mehr Einkommen den Beitrag langfristig tragen, ohne sich eingeengt zu fühlen?
  • Was passiert bei Einkommensänderungen: wird der Restbetrag zum festen Ziel?
  • Wie gehen wir mit privaten Verpflichtungen um, die das Modell nicht sieht?

DAS SPRICHT DAFÜR

  • Gleiche finanzielle Freiheit nach den gemeinsamen Kosten: das greifbarste Fairness-Verständnis.
  • Berücksichtigt automatisch, was beide wirklich verdienen.
  • Löst die Frage „Was bleibt mir zum Leben?“ auf die direkteste Weise.
  • Fühlt sich für viele Paare mit großen Einkommensunterschieden fairer an als proportionale Modelle.

DAS SPRICHT DAGEGEN

  • Mathematisch nur möglich, wenn das gemeinsame Einkommen hoch genug ist (sonst müsste eine Person mehr zahlen, als sie hat).
  • Kann der Person mit höherem Einkommen sehr hohe Beiträge abverlangen. Das muss sich richtig anfühlen.
  • Braucht offene Gespräche über Einkommen und Verpflichtungen.
  • Bei sehr ungleichen Einkommen ist der exakte gleiche Rest nicht immer erreichbar.

WEITERLESEN

Zuletzt geprüft: 11. August 2026. Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.