MODELL 01 · DIE FÜNF MODELLE

Halb / Halb.

Beide zahlen denselben Betrag. Das einfachste Modell, bei unterschiedlichen Einkommen aber schnell die größte Belastungs-Ungleichheit.

MIT EUREN ZAHLEN NACHGERECHNET · BEISPIEL 2.100 € / 3.700 € · KOSTEN 1.600 €

800,00 € Person A zahlt
800,00 € Person B zahlt
BEITRÄGE · A 1.300,00 € · B 2.900,00 € ANTEIL 50 % / 50 %

Mit euren Zahlen rechnen

Halb / Halb ist der Ausgangspunkt der meisten Paare. Der Name sagt schon, worum es geht: Beide zahlen denselben Betrag. Für Miete, Lebensmittel und alles andere, was gemeinsam anfällt, ist der Beitrag jeder Person identisch. Es gibt nichts zu berechnen, nichts zu erklären und nichts zu verhandeln.

Gleich heißt aber nicht fair. Wer 2.100 € verdient und 800 € Miete zahlt, hat danach 1.300 €. Wer 3.700 € verdient, behält 2.900 €. Beide haben gleich viel gegeben. Trotzdem bleibt eine Person mit deutlich weniger zum Leben zurück. Die gemeinsame Wohnung kostet beide gleich viel, aber sie kostet die eine Person anteilig fast doppelt so viel vom Einkommen.

Wann Halb / Halb gut passt

Halb / Halb funktioniert am besten, wenn die Einkommen ähnlich sind oder wenn die gemeinsamen Kosten im Verhältnis zu beiden Einkommen klein sind. Dann ist es schlicht das unkomplizierteste Modell: keine Formel, keine Erklärung gegenüber Freund:innen oder Familie, keine Diskussion bei jeder größeren Ausgabe.

Auch bei Paaren, die sonst getrennte Finanzen führen, ist Halb / Halb oft die natürliche Wahl, weil es keine „Mischung“ der Einkommen verlangt: Jede Person behält ihr Geld vollständig und gibt nur den vereinbarten Betrag ab.

Wo Halb / Halb wehtut

Sobald die Einkommen auseinanderlaufen, verschiebt Halb / Halb die reale Last. Die Person mit weniger Einkommen gibt einen größeren Teil ihrer finanziellen Freiheit ab. Das zeigt sich nicht am Kontoauszug, sondern im Alltag: weniger Spielraum für Rücklagen, für eigene Anschaffungen, für das Gefühl, selbstbestimmt zu wirtschaften.

Interessant wird es, wenn die Einkommensschere groß ist: Dann kann Halb / Halb dazu führen, dass eine Person ihre gesamten Rücklagen aufbraucht oder sich bei gemeinsamen Aktivitäten ständig einschränken muss. Genau hier lohnt der Blick auf die anderen Modelle. Nicht weil 50/50 falsch wäre, sondern weil es nur eines von mehreren Werkzeugen ist.

Worüber ihr sprechen solltet

  • Wie hoch ist der Anteil der gemeinsamen Kosten am jeweiligen Nettoeinkommen?
  • Was passiert, wenn eine Person Einkommen verliert oder in Elternzeit geht?
  • Könnt ihr beide aus eigener Kraft Rücklagen bilden?
  • Wollt ihr Gleichheit im Betrag oder Gleichheit in der Belastung?

DAS SPRICHT DAFÜR

  • Maximal einfach zu erklären und umzusetzen.
  • Vollständig transparent: Es gibt nur eine Zahl.
  • Funktioniert gut, wenn die Einkommen ähnlich sind.
  • Kein Gefühl von „Nachrechnen“: die Höhe des Beitrags ist unstrittig.

DAS SPRICHT DAGEGEN

  • Bei ungleichen Einkommen entsteht sehr unterschiedliche Belastung: Die Miete macht für die Person mit weniger Einkommen einen viel größeren Anteil aus.
  • Kann sich unfair anfühlen, auch wenn beide denselben Betrag zahlen. Gleich ist nicht dasselbe wie fair.
  • Verdeckt Einkommensunterschiede, statt sie sichtbar zu machen.
  • Kann zu Spannungen führen, wenn eine Person kaum noch Geld für sich selbst hat.

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Zuletzt geprüft: 11. August 2026. Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.